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KOMMUNALES
Presseaussendung vom 11.10.2006

LINZ AG fördert Bestattungskultur

Zeitgemäße Architektur am Stadtfriedhof Linz/St. Martin

Modernisierung des Stadtfriedhofs Linz/St. Martin

Die LINZ AG BESTATTUNG UND FRIEDHÖFE setzt sich intensiv mit kulturellen Aspekten in Verbindung mit Tod, Trauer, Abschied und Bestattung auseinander. Würde, Pietät und die Beachtung der besonderen Bedürfnisse von Hinterbliebenen sind von höchster Bedeutung bei der Abwicklung der Bestattungsaufgaben.

Bestattungs- und Friedhofskultur

Die Bestattungskultur ist untrennbar mit den Menschen verbunden und gehört zu den ersten und ältesten Kulturen der Menschheit. Die Bestattung der Toten ist ein wesentlicher Teil der Gesellschaft und ist charakteristisch für die unterschiedlichen Kulturen.

Sichtbare Akzente im Umgang mit Tod, Trauer und Abschied

Bürgermeister Franz Dobusch: „Der Neubau des Urnenhains in Urfahr ist hervorragend gelungen und wird der von der Bevölkerung äußerst positiv beurteilt. Die Stadt Linz und die LINZ AG sind überzeugt, dass die Erneuerung des Stadtfriedhofs St. Martin der nächste notwendige Schritt zur Erhaltung einer pietätvollen Bestattungskultur darstellt.“

Wichtiger Beitrag zur Kulturhauptstadt

Dr. Erhard Glötzl: „Speziell im Hinblick auf 2009 wollen wir ein sichtbares Zeichen für eine zeitgemäße Bestattungskultur setzen. Eine gute Architektur leistet einen wesentlichen Beitrag für die Hinterbliebenen zu einer würdevollen Verabschiedung des Verstorbenen.“

Wie bereits beim Urnenhain Urfahr realisiert, soll auch die Gestaltung des Stadtfriedhofs nach einem durchgängigen Konzept erfolgen.

Zeitgemäße Bestattungskultur für alle Religionsgemeinschaften

Besonderer Wert wurde bereits bei der Ausschreibung auf die speziellen Anforderungen unterschiedlicher Religionsgemeinschaften gelegt.

Friedhof als sichtbares Zeichen

Ein Ziel der Neugestaltung ist die deutliche Sichtbarmachung der Eingangszone des Friedhofs durch einen repräsentativen Zugang. Ein entsprechend gestalteter Vorplatz soll als Zugang zur Aufbahrungshalle dienen und den gebührenden Rahmen für Verabschiedungszeremonien aller Religionsgemeinschaften bilden.

Die erst 1994 erbaute Verabschiedungshalle soll erhalten bleiben. Der Eingangsbereich, der Vorplatz und die Aufbahrungshalle werden neu gestaltet.

Architektenwettbewerb zur Umsetzung

Für die Umsetzung des geplanten Konzepts wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Insgesamt acht Projekte wurden der Jury zur Beurteilung vorgelegt.

Bewertung des Siegerprojekts durch die Jury

Ein starkes Eingangssymbol eines Hains führt vom Haupteingang auf einen Platz, auf dem sich die Wege logisch teilen. Die Wegeführung der Anlage ist klar und überschaubar, auch die Situierung der Räume für die Muslime wird in ihren Ansätzen positiv beurteilt. Die Jury vertritt allerdings die Ansicht, dass dem Vorfeld des Eingangs zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

Den Gelenkpunkt der Wegführung mit einem Glockenturm zu besetzen, wird als sehr sinnvoll erachtet.

Der ummauerte Urnenhof ist manchem zu isoliert, andere heben die Qualität dieses intimen Freiraumes hervor. Ganz allgemein wird das Angebot an qualitätsvollen Freiräumen hervorgehoben.

Sehr überzeugend ist die Abfolge der Vorhalle – Foyer/Aufbahrungshalle – gedeckter Übergänge – Verabschiedungshalle. Nicht nur die funktionelle Logik, sondern besonders die gut vorstellbare abwechslungsreiche Lichtführung, wird von der Jury sehr positiv beurteilt.

Selbst in Bereichen, die nicht vollständig überzeugen können, besteht noch ein hohes Entwicklungspotenzial.
Empfehlungen der Jury:

  • Der Eingangsbereich inklusive Vorfeld ist zu erarbeiten bzw. zu ergänzen. 
  • Der Bereich der Muslime ist zu überarbeiten, um einen ungestörten Ablauf von parallel laufenden Zeremonien zu ermöglichen. 
  • Die Dachkonstruktion über der Verabschiedungshalle ist zu überarbeiten. 

Projektbeschreibung

Wege, Höfe, Räume

Durch das Aufnehmen der bestehenden Achse, durch das Weiterbauen, Einfügen und Weglassen wird Alt und Neu miteinander verknüpft.

Die Ausbildung einer gleichlaufenden Traufhöhe sämtlicher Bauteile soll die Betonung etwaiger Hierarchien verhindern – im Tod sind alle Menschen gleich.

Die Eingangsachse vor dem Friedhof bleibt frei von ruhendem Verkehr. Die Busse sind links und rechts der Eingangsbauwerke positioniert, die Mittelachse dient als Vorfahrt für Pkws.

Die Besucher betreten den Friedhof durch eine erweiterte, geöffnete Torsituation, die durch Überformung der Eingangsbauwerke ermöglicht wird. Bestehende Fassaden erhalten eine repräsentative Vorhangfassade. Das Toreinfahrtsdach wird auf einen Balken zurückgestutzt. Man betritt einen eingezogenen Hof, der als heller Birkenhain mit frei bleibender Mittelachse ausgebildet ist. Das Blätterdach dieses Hofes wirkt bis auf die Salzburger Straße.

Durchschreitet man den Birkenhain, trifft man auf einen Glockenturm, der den Blick nach Rechts auf den Versammlungsraum lenkt. Hier werden drei Wege möglich:

Erster Weg

Friedhofsbesucher gehen vom Eingang wie bisher in gerader Linie zu den Grabfeldern des Waldfriedhofs. 

Zweiter Weg

Angehörige, die einer Bestattungszeremonie beiwohnen, gehen nach rechts zur Versammlungshalle.
Wie ein Monolith liegt dieses Eintrittsbauwerk in einer großzügigen „Schale“. Umlaufende, Gras bewachsene Erdwälle unterschiedlicher Neigung umschließen wie eine schützende Hand diesen Raum. Die Höhe dieser Wälle ist so gewählt, dass die dahinter liegenden Bauwerke unsichtbar bleiben und es erscheint, als würden hier Himmel und Erde zusammentreffen. Der Graswall wird an der Rückseite mit einer Lärmschutz gebenden Mauer begrenzt, deren sorgfältige Ausbildung die Transformation in eine sakrale Formensprache ermöglicht.

Diese „Schale“ bildet durch ihre Offenheit, ihre Größe und Weite einen Gegensatz zur Dichte des Waldfriedhofs. Sie soll helfen, die Konzentration zu schärfen.

Die Vorhalle dient der Versammlung. Sie gibt der Trauergemeinde aber auch Schutz vor Blicken und Wetter. Die Schildmauer zum Foyer wird durch eine lange, verglaste Dachöffnung in Licht getaucht.

Um von der Vorhalle ins Foyer zu gelangen passiert man eine Schwelle, von deren Laibung aus die internen Arbeitsbereiche angebunden sind.

Das Foyer ist eine gedeckte, Licht durchflutete Halle, die den Blick in einen ruhigen, geschlossenen Hof mit einem Einzelbaum freigibt. Eine lange Bank entlang der Fensterwand bietet den Trauernden Sitzmöglichkeit. Gegenüber sind die Aufbahrungsräume hinter einer großen Mauer verborgen, die partiell zu öffnen ist und die Aufbahrungsnischen freigibt.

Hier besuchen die Trauernden die Aufbahrungsräume und gehen schließlich in achsialer Richtung weiter zur Verabschiedungshalle, deren Sockelbauwerk erhalten bleibt. Ein Glasoberlicht wird aufgesetzt um eine nach oben, dem Licht zugewandte Raumsituation zu erreichen.

Die Flügelbauten und –tore werden entsprechend dem jüngeren Bestand neu positioniert und mit dem Verwaltungsbau und dem Glockenturm zu einer Gebäudeeinheit zusammen geführt.

Dritter Weg

Der Weg für Muslime führt durch den Birkenhain, vorbei am Verwaltungsgebäude. Entlang eines gedeckten Ganges passieren sie die Verabschiedungshalle und erreichen den Raum für rituelle Waschungen. Als Vorzone dient der bereits bestehende, südwestliche mit Bäumen bepflanzte, Hof. Von hier führt der Weg direkt in ihre Bestattungszone auf dem Friedhofsgelände.

Transport und Übernahme

Der Transportweg zum Aufbahrungsgebäude erfolgt von Westen und ist für die Friedhofsbesucher uneinsehbar. Über eine großzügig angelegte Umkehrschleife passiert man die gedeckte Vorzone zur Übernahme der Särge. Über eine neue Weganbindung sind die flankierenden Höfe der Verabschiedungshalle mit den Bestattungsfahrzeugen von Westen aus zu erreichen.

Realisierung bis Ende 2008

Ab sofort wird mit den Planungsarbeiten zur Projektumsetzung begonnen.Die Fertigstellung ist für Ende 2008 geplant. Damit wird der neue Stadtfriedhof Linz/St. Martin einen Beitrag zur Kulturhauptstadt im Jahr 2009 darstellen.
 
Ihre Gesprächspartner:
• Bürgermeister Franz Dobusch
Aufsichtsratsvorsitzender LINZ AG
• Vizebürgermeisterin Christiana Dolezal
Aufsichtsratsvorsitzende LINZ SERVICE GmbH
• Univ.-Prof. Arch. DI Roland Gnaiger
Jury-Vorsitzender
• Arch. DI Andreas Heidl
Gewinner Architektenwettbewerb
• Dr. Erhard Glötzl
Vorstandsdirektor LINZ AG
Geschäftsführer LINZ SERVICE GmbH
• Karl Berger
Leiter Bestattung und Friedhöfe

(Informationsunterlage zur Pressekonferenz "LINZ AG fördert Bestattungskultur - Zeitgemäße Architektur am Stadtfriedhof Linz/St. Martin")

www.linzag.at (neues Fenster).

Kontakt:
Dr. Doris Fath-Gottinger  Tel.: 0664/80340 6721

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