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STADTPLANUNG/BAU
Presseaussendung vom 12.10.2006

Maßnahmen der Stadtplanung für den Linzer Handel

Zahlreiche Projekte für Neubauten bzw. Vergrößerungen von Lebensmittelmärkten und Fachmärkten beschäftigen derzeit die Linzer Stadtplanung. Die Novellierung des OÖ. Raumordnungsgesetzes sorgt jedoch für erheblichen bürokratischen Mehraufwand. So müssen etwa sämtliche Lebensmittelmärkte, die mehr als 300 Quadratmeter Verkaufsfläche aufweisen, außerhalb des Stadtkerns (so genannte „Kerngebietswidmung“) einem eigenen Raumordnungsverfahren unterzogen werden. Bis zum 1. November des Vorjahres galten 600 Quadratmeter als Obergrenze. Die Folge sind längere Wartezeiten für die Bauherren, mehr Bürokratie und erhöhte Ausgaben für die Gemeinden.

Der Linzer Bevölkerung stehen derzeit 95 Lebensmittelmärkte von Handelsketten für die Nahversorgung zur Verfügung. Rein statistisch betrachtet, versorgt ein Lebensmittelmarkt zirka 2.000 LinzerInnen. Dies ist im Städtevergleich ein äußerst hoher Wert. Gegenwärtig geht der Trend der großen Handelsketten zur Errichtung von 800 Quadratmeter großen Geschäften in den Wohngebieten.

Die Stadt Linz führt derzeit mehrere Verfahren für die Modernisierung von Supermärkten durch. Dabei setzt Planungsstadtrat Klaus Luger die langjährige Grundhaltung fort, den Ausbau bestehender Einrichtungen zu unterstützen. Dies ist für die Versorgungsqualität nötig. Weiterhin negativ steht die Linzer Stadtplanung zur Errichtung von Mega-Einkaufszentren im Linzer Stadtgebiet.

Nahversorgung: Novelle des OÖ. Raumordnungsgesetzes führt zu mehr Bürokratie

Negative Auswirkungen zeigt bereits jetzt die Novellierung des OÖ. Raumordnungsgesetzes, die seit 1. November 2005 in Kraft ist. Dieses Landesgesetz erzwingt eine Widmung als Geschäftsgebiet ab einer Verkaufsfläche von mehr als 300 Quadratmetern außerhalb von Kerngebieten. Bis zum Vorjahr lag diese Grenze bei 600 Quadratmetern. Was im Falle von Landgemeinden zur Erhaltung gewachsener Handelsstrukturen möglicherweise gerade noch sinnvoll sein mag, ist in einer Stadt wie Linz kontraproduktiv und praxisfremd.

Damit verbunden sind entsprechende Änderungen von Flächenwidmungsplänen und Raumordnungsprogrammen mit erheblichem Verwaltungsaufwand. In Linz sind bislang Lebensmittelmärkte mit einer Verkaufsfläche von maximal 600 Quadratmetern eine weit verbreitete Geschäftsform in den Wohngebieten. Diese Märkte erfüllen die klassische Nahversorgerfunktion. Außerhalb des Stadtkernes bedarf es nun einer eigenen Widmung. Dies hat zur Folge, dass in Wohngebieten nun die Flächenwidmung zum Teil geschoßweise durchgeführt werden muss.

Grundsätzlich positiv ist zu bewerten, dass die Nahversorgermärkte bis zu 800 Quadratmeter ohne Sonderverfahren beim Land Oberösterreich errichtet werden können. Dies führt dazu, dass die ersten Handelsketten bereits Anträge auf Ausbauten bzw. erste Neubauten in dieser Dimension beantragten. Zudem ist eine demokratiepolitische Dimension betroffen: im Flächenwidmungsplanverfahren kann der Landesgesetzgeber erstmals nicht nur die Errichtung von Geschäftsbauten für den überörtlichen, sondern auch für den lokalen Bedarf kontrollieren. „Dies ist ein Eingriff in die Gemeindeautonomie“, kritisierte der Linzer Planungsstadtrat Klaus Luger bereits während der Verhandlungen zum Raumordnungsgesetz.

Strukturelle Änderungen bei der Nahversorgung

Insgesamt stehen derzeit der Linzer Bevölkerung 70 Nahversorgungsmärkte von Lebensmittelketten sowie 25 größere Einkaufsmärkte zur Verfügung. Zur Abrundung des Angebotes tragen weiters Einzelhandelskaufleute bei, zumeist Familienbetriebe, die nach wie vor in bestimmten Wohngebieten eine wichtige Funktion erfüllen. Im längerfristigen Zeitvergleich ersetzen die Lebensmittelmärkte von Handelsketten den traditionellen Einzelhandel.

70 Lebensmittelmärkte von Handelsketten (max. 600 Quadratmeter Verkaufsfläche)

 

25 Lebensmittelmärkte (mehr als 600 Quadratmeter Verkaufsfläche)

 

Aktuelle Rechtsverfahren: 800 Quadratmeter Märkte sind im Kommen

Billa vergrößert am Froschberg, Neueröffnung in der Freistädter Straße
Neue Lidl-Filialen geplant

Der Billa-Markt an der Ziegeleistraße 66 am Froschberg wird von 600 auf 750 Quadratmeter vergrößert und grundlegend erneuert. Die Lagerräume werden zu Gunsten der Verkaufsräume verkleinert. Baubeginn ist für Mitte Oktober 2006 vorgesehen, der Eröffnungstermin ist für 22. November 2006 festgelegt.

An der Freistädter Straße im Einkaufszentrum Donaufeld wird Ende November dieses Jahres ein neuer Billa-Markt eröffnet.

Die Handelskette Lidl plant ab 2007 neue Filialen an der Unionstraße und an der Wiener Straße in Kleinmünchen mit jeweils 1.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Die Lidl-Filiale an der Franckstraße soll von 600 auf 800 Quadratmeter vergrößert werden.

Geplante Modernisierungen von Lebensmittel- und Fachmärkten

Weiterhin gegen die Errichtung von Mega-Einkaufszentren spricht sich der Linzer Planungsstadtrat Klaus Luger aus. Vielmehr sei es Ziel der Stadtplanung, die Weiterentwicklung bestehender Märkte zu ermöglichen und zu unterstützen. Die Erfahrungen der Umlandgemeinden zeigten, dass der Linzer Weg aus Sicht der Stadtentwicklung funktioniert und die Versorgungsqualität für die Bevölkerung auf hohem Niveau sichert.

Umbau Interspar Neue Heimat an der Salzburger Straße

Das bestehende Gebäude des Interspar mit einer Fläche von 20.000 Quadratmetern soll ab Jänner 2007 nach den Plänen des Architekturbüros ATP (Archhammer, Tritthart und Partner, Wien) völlig umgebaut werden.



Interspar Neue Heimat an der Salzburger Straße

Der Spar-Markt wird im westlichen Teil des Gebäudes untergebracht, der östliche Teil wird für Fachmärkte adaptiert. Die Hauptfassade erhält eine transparente Glasverkleidung. Die Seitenfassaden werden mit Blech verkleidet. Der Parkplatz bleibt vorerst unverändert.

Umbau Interspar in der Industriezeile

Derzeit laufen die Umbauarbeiten im Bereich der bestehenden Verkaufsfläche in mehreren Etappen. Die komplette Revitalisierung soll Mitte 2007 abgeschlossen sein.

Umbau Eurospar Kleinmünchen

Die Fassade des Einkaufszentrums mit dem Eurospar-Markt an der Dauphinestraße / Karl-Steiger-Straße in Kleinmünchen wird nach den Plänen des Architekturbüros Team M noch heuer umgebaut. Der Innenausbau des Einkaufszentrums beginnt im Jänner 2007. Die Fertigstellung ist für September 2007 geplant.



Eurospar an der Dauphinestraße in Kleinmünchen

Das Einkaufszentrum mit 3.500 Quadratmetern Nutzfläche (2.000 für Eurospar, 1.500 für Shoppartner) erhält eine transparente Glasverkleidung, ein neues Erschließungskonzept mit Liften und eine Belichtung von oben. Das Parkdeck wird im ersten Obergeschoß errichtet und mit Rankgerüsten begrünt. Nach dem Umbau sind etwa 150 Parkplätze vorhanden.



Entwurf für Neugestaltung

Der Vorplatz der Dauphinestraße soll ebenfalls neu gestaltet werden. Die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage wird von der Dauphinestraße an den Beginn der Karl-Steiger-Straße verlegt.

Neues Bauhaus in der Industriezeile



Bauhaus-Neubau an der Industriezeile

Der Fachmarkt Bauhaus wechselt seinen Standort. Vom Hagenauerweg - zwischen den Standorten der Firmen Interspar und Schachermayer – übersiedelt dieses Unternehmen noch heuer mit seiner Filiale an die Industriezeile. Die Verkaufsfläche wird von 2.500 auf 14.000 Quadratmeter vergrößert. Die Eröffnung ist für Mitte Dezember 2006 geplant.


 
Entwurf für Bauhaus-Neubau an der Industriezeile


(Informationsunterlage zur Pressekonferenz von Planungsreferent Stadtrat Klaus Luger zum Thema „Maßnahmen der Stadtplanung für den Linzer Handel“) 

Für Medienanfragen:
Christian Reiter

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