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Presseaussendung vom 20.01.2004

Aktueller Baufortschritt und Kostenentwicklung Nahverkehrsdrehscheibe

Fortschritte beim Bauvorhaben Nahverkehrsdrehscheibe

Aktueller Bau- und Kostenstatus des Großprojekts

Ein wichtiges Teilprojekt der Linzer Nahverkehrsdrehscheibe (NVD) ist die Straßenbahnunterfahrung zur Einbindung der Straßenbahn in den Hauptverkehrsknoten Hauptbahnhof. Verantwortlich für dieses Bauvorhaben sind die LINZ LINIEN, die bereits seit Beginn der ersten Planungsarbeiten 1976 federführend tätig waren.

Die wichtigsten Bauetappen

Im Juli 2001 starteten die Bauarbeiten bei der Herz-Jesu-Kirche. Im Herbst folgte der Tunnelvortrieb von der Wiener Straße beginnend Richtung Unionkreuzung. Ab Ende 2001 startete der bergmännische Vortrieb auch vom Startschacht der ÖBB aus in Richtung Unionkreuzung.

Von März bis September 2002 dauerten die Errichtungsarbeiten der unterirdischen Station Unionkreuzung. Eine weitere wichtige Etappe war der Abschnitt „Blumau“, wo am 13. Mai 2003 mit dem Tunneldurchstich die im Februar 2002 begonnenen Vortriebsarbeiten abgeschlossen wurden.

Aktueller Status der Bauarbeiten

· Rohbauarbeiten beim Tunnel und in den Stationen abgeschlossen
· Gleisverlegearbeiten vom Hauptbahnhof bis zum Bulgariplatz abgeschlossen
· Unterkonstruktionen für die Wand- und Deckenverkleidung bei der Station Unionkreuzung fertig gestellt
· Künftig öffentliche zugängliche WC-Anlage bei der Station Unionkreuzung fertig gestellt
· Natursteinarbeiten im Bereich der Böden und Stiegen begonnen
· Elektroinstallationen für den gesamten Tunnel- und Stationsbereich begonnen
· Haltestelle Goethekreuzung an der Seite des Volksgartens fertig gestellt
· Oberfläche beim Bulgariplatz fertig gestellt

Inbetriebnahme September 2004

Früher als ursprünglich geplant, kann die Inbetriebnahme der neuen Straßenbahnführung für die Linien 1, 2 und 3 schon im September 2004 (statt im Dezember) realisiert werden.
 
Kostenbasis

Das ursprüngliche „Generelle Projekt“ der NVD-Straßenbahnunterfahrung wurde auf Preisbasis Juni 1998 mit einem Kostenrahmen von 67,6 Mio. Euro genehmigt und in die Verträge des Jahres 1999 zwischen dem Land OÖ, der Stadt Linz und der damaligen ESG übernommen.

Aufgrund geologischer Probleme beim Tunnelvortrieb, erhöhtem Behandlungsaufwand des Aushubmaterials durch neue Kontaminierungsverordnung, wesentliche Konstruktionserschwernisse durch Projektaustausch beim Hauptbahnhof und eine Projektänderung der Haltestelle Goethekreuzung/Volksgarten wurden die LINZ LINIEN von der bauausführenden Arbeitsgemeinschaft mit Nachtragsforderungen in zweistelliger Millionenhöhe konfrontiert. Gleichzeitig informierte der Generalplaner, dass die höheren Sicherheitsanforderungen nach dem Tunnelbrand in Kaprun, die größeren Stationen und die Wünsche des Benutzerbeirates weitere Steigerungen in Millionenhöhe bringen würden. Als Ergebnis dieser Entwicklung musste der Öffentlichkeit in einer Pressekonferenz am 13. Mai 2003 mitgeteilt werden, dass die Kosten von € 67,6 Mio. auf voraussichtlich € 90,0 Mio. steigen werden.
 
Kostenrahmen für Tunnelbau eingehalten

Durch konsequentes Projektmanagement und harte Verhandlung der Nachträge sowie der gesamten Tunnelbaukosten (einschließlich jener durch Kontaminierung) ist es gelungen, alle Kosten aus diesen Problembereichen so weit zu neutralisieren, dass der gesamte Tunnelbau innerhalb des geplanten Rahmens errichtet werden kann.

Die angekündigten Gesamtkosten konnten damit von € 90,0 Mio. auf voraussichtlich € 77,0 Mio. gesenkt werden.

Mehrkosten durch zusätzliche Verbesserungs- bzw. Erweiterungsmaßnahmen

Die verbleibenden Mehrkosten beruhen ausschließlich auf folgenden Zusatzmaßnahmen, die in Absprache mit den Auftraggebern festgelegt wurden. Über zusätzliche externe Einflüsse (z. B. erhöhte Sicherheitsanforderungen nach der Brandkatastrophe in Kaprun) waren die Auftraggeber ebenfalls informiert.

Ursprünglich genehmigte Kosten (Preisbasis 06/98)    67,6 Mio. €
Im Einzelnen setzen sich die Mehrkosten wie folgt zusammen:
   
Verlängerung der Rampe Bulgariplatz für eine
spätere Verlängerung unter dem Bulgariplatz  
 + 0,97 Mio. €
 
 
Einhausung der Rampe Nord beim Volksgarten 

 + 0,36 Mio. €

 
 Fußgängerbrücke Blumau  + 0,22 Mio. €  
Verbesserter Haltestellenstandard durch hoch
wertige Wand-, Boden- und Deckengestaltung
 + 0,80 Mio. €
 
Erhöhter Gestaltungsaufwand der Rampe Nord
und der Haltestelle Goethekreuzung (Schutz des
Volksgartens und Neugestaltung Landstraße)
 + 2,56 Mio. €
 
Erhöhte sicherheitstechnische Anforderungen
der Behörden zur verbesserten Tunnelsicherheit
 + 1,42 Mio. €
 
Automatische Zugbeeinflussung (nachträgliche
Forderung des Verkehrsarbeitsinspektorats)
  + 1,53 Mio. €
 
Der Mehraufwand für größere und bautechnisch
aufwändiger gestaltete Haltestellen                           
 + 4,70 Mio. €  12,56 Mio. €
 SUMME      80,16 Mio. €

                                                                                        
Weitere Kostensenkungen nach Vergabe aller Aufträge

„Die noch vor wenigen  Monaten erwarteten Mehrkosten von 12,56 Mio. Euro konnten durch konsequentes Durchforsten nach Einsparungsmöglichkeiten weiter gesenkt werden. Dazu gehörten z. B. das Überarbeiten aller laufenden Planungen und Ausschreibungen, harte Preisverhandlungen sowie die erfolgreiche Abwehr von Nachforderungen. Selbst die Aufhebung zweier großer Ausschreibungen sowie die Aufteilung und neuerliche Ausschreibung in Teillosen wurde nicht gescheut und brachte Einsparungen in Millionenhöhe“, stellt LINZ AG-Generaldirektor Dkfm. Max Stockinger beim heutigen Pressegespräch fest.

„Aufgrund dieser Vorgangsweise und nach Vergabe aller Aufträge liegen die prognostizierten Gesamtherstellungskosten nunmehr bei 77,0 Mio. Euro auf Vergleichsbasis 06/98. Dieses Ergebnis konnte nur erreicht werden, weil bei den zuvor angeführten und genehmigten Projekterweiterungen eine nochmalige Einsparung von rund 3 Mio. Euro gelang“, ergänzt Stockinger.

Gesamtes Nahverkehrskonzept im Plan

„Die damit verbleibenden Mehrkosten von 9,4 Mio. Euro für die NVD-Straßenbahnunterfahrung sind ausschließlich auf Projekterweiterungen und -änderungen sowie auf zusätzliche behördliche Auflagen zurückzuführen, welche von den Auftraggebern genehmigt bzw. diesen zur Kenntnis gebracht wurden“, fügt Vorstandsdirektor DI Walter Rathberger hinzu.

„Im Rahmen eines ganzheitlichen Nahverkehrskonzepts für Linz sind die LINZ LINIEN auch als Errichter für die Straßenbahnverlängerung I und II nach Ebelsberg/Pichling verantwortlich. Bei diesem Projekt konnten die Kosten bisher um 8,4 Mio. Euro unterschritten werden.
 
Stellt man den Betrag der Mehrkosten bei der NDV den Einsparungen in Ebelsberg gegenüber, so kann man zusammenfassend feststellen, dass die Entscheidung für die Erweiterungs- und Verbesserungsmaßnahmen bei der NVD richtig war, weil dadurch das Gesamtbudget für die Linzer Nahverkehrsvorhaben nicht überschritten wird“, bekräftigt Bürgermeister Dr. Franz
Dobusch in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der LINZ AG.
 
Ihre Gesprächspartner
Bürgermeister Dr. Franz Dobusch, Aufsichtsratsvorsitzender LINZ AG
Dkfm. Max Stockinger, Vorstandsvorsitzender LINZ AG
DI Walter Rathberger, Vorstandsdirektor LINZ AG, Geschäftsführer LINZ LINIEN GmbH

Rückfragen: Karin Penn, Pressesprecherin LINZ AG, Tel. 0732/3400-3405

Für Medienanfragen:
René Hagenauer

KONTAKT

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4041 Linz

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